mjetel

التعريفات والمعاني

== mjetel (Niedersorbisch) == === Substantiv, m === Nicht mehr gültige Schreibweisen: ḿetel Nebenformen: [1] regional (Zahsow) mjětel; (Schleife und Umgebung) mjotel Worttrennung: mje·tel, Dual: mje·te·la, Plural: mje·te·le Aussprache: IPA: [ˈmʲɛtɛl] Hörbeispiele: — Bedeutungen: [1] regional (Gemeinden südlich von Cottbus; Schleife samt Groß Düben, Halbendorf, Mühlrose, Mulkwitz, Rohne; historisch: Dörfer um Bad Muskau); Zoologie, speziell Entomologie: Vertreter einer mit über 150 000 bekannten Arten weltweit verbreiteten Ordnung (Lepidoptera) von Insekten mit vollkommener Metamorphose, deren (relativ große) Flügelpaare fein und dachziegelartig überlappend beschuppt sind und eine Spannweite von (je nach Art) zirka 0,3 bis 30 Zentimetern aufweisen, die einen Saugrüssel besitzen, der in Ruhestellung nach unten eingerollt ist, und die zudem gekennzeichnet sind durch ein Paar zumeist größerer Facettenaugen, zwischen denen sich wiederum ein Paar Fühler als Träger des hochentwickelten Geruchs- sowie des Tast- und Erschütterungssinnes befinden [2] regional (Schleife samt Groß Düben, Halbendorf, Mühlrose, Mulkwitz, Rohne); übertragen: bei Kälte durch zusammenhaftende Eiskristalle entstandenes kleines, leichtes, lockeres, weißes, zartes Gebilde Herkunft: siehe mjatel → dsb und mjetel → hsb Synonyme: [1] mjatel [2] sněžynka [2] seltener: sněžnicka [2] (Obersorabismus) selten: mjatel [2] veraltend: sněžk [2] veraltend seltener: sněgowe pjerko Verkleinerungsformen: [1] mjetlik Oberbegriffe: [1] insekt [2] spadki Beispiele: [1] Muskauer Dialekt: „’Dyž jo tajki šěry mjetel čilećeł, toć su prajili: ‚To jo chódota.‘“ „Wenn so ein grauer Schmetterling angeflogen kam, da haben sie gesagt: ‚Das ist eine »Hexe« [= grauer Schmetterling, Nachtfalter].‘“ [2] ==== Übersetzungen ==== [1] Helmut Faßke et al.; Akademie der Wissenschaften der DDR, Institut für Sorbische Volksforschung in Bautzen (Herausgeber): Sorbischer Sprachatlas. Band 3: Floristische und faunistische Terminologie, Domowina-Verlag, Bautzen 1970, Stichwort »77. Schmetterling«, Seite 192ff. [1, 2] Arnulf Schroeder: Die Laute des wendischen (sorbischen) Dialekts von Schleife in der Oberlausitz. Lautbeschreibung. Niemeyer, Tübingen 1958, Stichwort »ḿɛtel’ (mjetel)«, Seite 118 (Google Books) . [1] Hync Rychtaŕ/Hync Richter (Herausgeber): Slěpjańska cytanka/Schleifer Lesebuch. Teksty z dweju stolěćowy w Slěpjańskem serbskem dialekće a w němskej rěcy/Texte aus zwei Jahrhunderten im sorbischen Dialekt von Schleife und in Deutsch. 1. nakład/1. Auflage. Ludowe nakładnistwo Domowina/Domowina-Verlag, Budyšyn/Bautzen 1995, ISBN 3-7420-1601-6 , Stichwort »mjetel«, Seite 191. [1] Towaristwo Kólesko z. t. w kooperaciji ze Serbskim institutom z. t./Verein Kólesko e. V. in Kooperation mit dem Sorbischen Institut e. V. (Herausgeber): Ho zachopjonku jo było to słowo. Slěpjański rozprajak. Schleifer Sprachführer. 1. Auflage. [Eigenverlag des] Verein Kólesko e. V., [Schleife]/Druckerei Schlemenz, Cottbus 2022, ISBN 978-3-9819636-4-9 , Stichpunkt »9. Flora und Fauna, 9.1. Tiere in Wald und Flur, Insekten und Spinnen«, Seite 133 sowie Stichwort »Schmetterling«, Seite 320 (Wörterverzeichnis). [*] mjetel. In: slěpjański. slepjanski.de, Verein Kólesko e. V., abgerufen am 22. Februar 2026. Quellen: == mjetel (Obersorbisch) == === Substantiv, f, m === Worttrennung: Femininum: mje·tel, Dual: mje·te·li / schriftsprachlich veraltend: mjet·li, Plural: mje·te·le / schriftsprachlich veraltend: mjet·le Maskulinum: mje·tel, Dual: mje·te·lej / schriftsprachlich veraltend: mjet·lej, Plural: mje·te·le / schriftsprachlich veraltend: mjet·le Aussprache: IPA: [ˈmʲɛtɛl] Hörbeispiele: — Bedeutungen: [1] Zoologie, speziell Entomologie: Vertreter einer mit über 150 000 bekannten Arten weltweit verbreiteten Ordnung (Lepidoptera) von Insekten mit vollkommener Metamorphose, deren (relativ große) Flügelpaare fein und dachziegelartig überlappend beschuppt sind und eine Spannweite von (je nach Art) zirka 0,3 bis 30 Zentimetern aufweisen, die einen Saugrüssel besitzen, der in Ruhestellung nach unten eingerollt ist, und die zudem gekennzeichnet sind durch ein Paar zumeist größerer Facettenaugen, zwischen denen sich wiederum ein Paar Fühler als Träger des hochentwickelten Geruchs- sowie des Tast- und Erschütterungssinnes befinden [2] übertragen: bei Kälte durch zusammenhaftende Eiskristalle entstandenes kleines, leichtes, lockeres, weißes, zartes Gebilde [3] übertragen: kleines, leichtes, lockeres Gebilde aus Fetzen, Stückchen einer weichen Masse (zum Beispiel: Eischnee, Ruß, Schaum) [4] übertragen: durch Quetschen (zwischen Walzen) von Getreidekörnern (besonders Graupen) hergestelltes kleines, dünnes Plättchen Herkunft: Zu dem gemeinslawischen Wort gibt es unterschiedliche Deutungsversuche. Gesichert ist, dass es wie unter anderem niedersorbisches mjatel → hsb, polnisches motyl → pl und tschechisches motýl → cs auf ein erschlossenens altslawisches *motylь zurückgeht und all diesen Formen die (erschlossene) urslawische Wurzel *met-, *mot- zugrundeliegt (vergleiche niedersorbisches mjataś (se) → dsb ‚schmeißen, werfen; reflexiv: sich hin und her werfen, schwanken‘ und motaś (se) → dsb ‚(Garn) haspeln, weifen; reflexiv: taumeln, wanken‘), an der die (erschlossenen) urslawischen Wortbildungsformantien *-ylь, *-ulь und *-ъlь (ursprünglich Nomen Actionis ≥ Nomen Agentis) gehängt wurden. Das Benennungsmotiv wäre demnach ‚das flatternde, mit den Flügeln schlagende Insekt‘. Der Gebrauch als Femininum ist ursprünglich nur mundartlich, seit 1970 jedoch schriftsprachlich fixiert. Synonyme: [2] sněženka / veraltet: snĕžinka [2] mjetel sněha, sněhowa mjetel / sněhowy mjetel Verkleinerungsformen: [1] mjetelca, mjetelčk, mjetelčka, mjetelk, mjetelo Vergrößerungsformen: [1] abwertend, vergröbernd: mjetelisko Oberbegriffe: [1] insekt, překasanc [2] spadki [3] masa [4] zežiwidło, žiwidło Unterbegriffe: [1] dnjownik, wodnjowska mjetel / wodnjowsky mjetel [1] chodojta, nócna mjetel / nócny mjetel [2] šlobanca Beispiele: [1] „Hižo bosy běhachmy a žołte mjetle při pěskojtym brjoze lěsa łójachmy.“ „Wir gingen schon barfuß und fingen gelbe Schmetterlinge am sandigen Waldesrand.“ [1] „Zdawaše so, zo je poslednja mejska njedźela hišće raz zhrabała wšě krasnosće róžownika: W połnej pyše kćěješe wulka łuka za hajnkownju, pčoły a mjetele zlětowachu kaž wopite z přeměry wónje […].“ „Der letzte Maisonntag schien noch einmal alle Schönheiten dieses Monats zusammengerafft zu haben: Über und über blühte die große Wiese hinter dem Hegerhaus, Bienen und Schmetterlinge taumelten wie trunken von dem Übermaß an Düften, […].“ [1] „Kak rjana mjetel je, šeptaše młynk. […] Mjetel so zběhny. […]“ „Wie schön der Schmetterling ist, flüsterte der Müller. […] Der Schmetterling flog auf. […]“ [1] „Wišnina ležeše přeco hišće na samsnym městnje, wona płuwaše a piješe. Někotre z jeje hałzow běchu so z rohodźu zjednoćili. Tamne sahachu do hłubin, w jasnej wodźe běchu widźeć, abo naćahowachu so a poskićachu so mjetelam.“ „Der Kirschbaum lag noch immer an derselben Stelle, er schwamm und trank. Einige seiner Äste hatten sich mit dem Schilfrohr vereinigt. Die anderen reichten in die Tiefe, im klaren Wasser waren sie zu erblicken, oder sie ragten empor und boten sich den Schmetterlingen an.“ [1] „Nalěto a w lěću tuto husarjenje njeběše ani tajka zła zaběra, wosebje nic, hdyž słónčko tak rjenko hrěješe a potom kwětki kćějachu na pastwišćach a pisane mjetele po nich so motachu a ptački wšelako spěwachu w kerkach a w bliskej holi.“ „Im Frühling und im Sommer war das Gänsehüten gar kein so übel Ding, vor allem dann nicht, wenn die Sonne milde Wärme herunterstrahlte, auf der Wiese Blumen blühten, bunte Schmetterlinge sich von einer Blüte zur anderen wiegten und die Vögel im Gesträuch und in der nahen Heide lustig durcheinander sangen.“ [2] „A tak dyrbješe mały Krabat ze swojim nankom pastyrić wot Wałpory hač do Šimana Judy a druhdy hišće dlěje, doniž mrózy nješćipachu a zymine mjetele njelětachu a třěskańca jeju njezahna do pastyrnje.“ nach der deutschen Fassung (hier wurde die für das Obersorbische seltene, für das Deutsche aber gänzlich untypische Metapher nicht aufgelöst): „Und also zog der kleine Krabat mit seinem Vater von Walpurgis bis Simon und Judä auf die Weide. Manchmal mussten sie noch länger bleiben, bis der Frost zu beißen, die Winterschmetterlinge zu fliegen begannen und grimmige Kälte sie in das Hirtenhaus trieb.“ wörtlicher (mit Auflösung der Metapher): „Und so musste der kleine Krabat mit seinem Vater von Walpurgis bis Simon und Judä auf die Weide ziehen, und manchmal noch länger, bis der Frost zu beißen, die Winterflocken zu fallen begannen und grimmige Kälte sie in das Hirtenhaus trieb.“ [2] bildlich: „Wot města [Kamjenica] samoho njemóžachmy ze zdalenosće štwórć hodźiny ničo spóznać, dokelž bě je husty šlewjer kura a sazow dospołnje pokrył. Tajke něšto njebě hišće nichtó z nas widźał, kaž sněh čorne mjetele na nas padachu …“ „Von der Stadt [Chemnitz] selbst konnten wir aus [einiger] Entfernung eine Viertelstunde lang nichts erkennen, weil sie ein dichter Schleier aus Rauch und Ruß vollständig bedeckt hatte. So etwas hatte noch niemand von uns gesehen, als ob Schnee in schwarzen Flocken auf uns niederfiel …“ [3] „Při spušćadle je, kaž by so woda wariła, kiž před sobu lutu běłu pěnu storka, zo jeje mjetle hač na brjóh lětaja.“ „Am Wehr ist es, als würde Wasser kochen, welches Schaum aus lauterem Weiß vor sich herschiebt, dessen Flocken bis ans Ufer fliegen.“ [4] Wortbildungen: Adverb: [1–4] mjetelojće Adjektiv: [1] mjetelowy, mjetelny [1–4] mjetelaty, mjetelojty Substantive: [1] mjeteler, mjetelica, mjetelina, mjetelčk, mjetelk, mjetelnica, mjetelnik, mjetelnja, mjetlinar ==== Übersetzungen ==== [1] Deutsch-Obersorbisches Wörterbuch (DOW-online) „Schmetterling“ [2] Deutsch-Obersorbisches Wörterbuch (DOW-online) „Flocke“ [1] Bernhard Baier et al.: soblexx – hornjoserbsko-němski słownik. Stichwort »mjetel«. [2] Bernhard Baier et al.: soblexx – hornjoserbsko-němski słownik. Stichwort »Flocke«. [1–4] Dr. [Křesćan Bohuwĕr] Pful / [Christian Traugott] Pfuhl: Łužiski serbski słownik / Lausitzisch wendisches Wörterbuch. Maćica Serbska, Budyšin/Budissin [Bautzen] 1866 (Internet Archive) , Stichwort »Mjetel«, Seite 369–370. [1–4] Křesćan Bohuwĕr Pful: Łužiski Serbski Słownik. Budyšin 1866 , Stichwort »mjetel« (Surface-Link). [1–4] Jurij Kral: Serbsko-nĕmski słownik hornjołužiskeje rĕče. Po nakładźe Maćicy Serbskej, Donnerhakec ćišćeŕnja, Budyšin 1927 , Stichwort »mjetel« (Surface-Link). [1–4] Jurij Kral / Georg Kra[h]l: Serbsko-němski słownik hornjołužiskeje rěče / S[o]rbisch-deutsches Wörterbuch der oberlausitzer Sprache. Maćica Serbska, Budyšin/Bautzen 1931 (Digitalisat der SLUB Dresden) , Stichwort »mjetel«, Seite 239. [1] Helmut Jenč et al.: Wörterbuch Deutsch-obersorbisch/Słownik Němsko-hornjoserbski. 1. Auflage. VEB Domowina-Verlag/Ludowe nakładnistwo Domowina, Bautzen/Budyšyn 1986, DNB 880846038 , Stichwort »Schmetterling«, Seite 250. Quellen: