sünnelen
التعريفات والمعاني
== sünnelen (Deutsch) ==
=== Verb ===
Nebenformen:
Kanton Graubünden (Nufenen): sunnelen
Worttrennung:
sün·ne·len, Präteritum: sün·ne·le·te, Partizip II: ge·sün·ne·let
Aussprache:
IPA:
standardsprachlich (Deutschland): [ˈzʏnələn]
standardsprachlich (Österreich): [ˈsʏnələn]
standardsprachlich (Schweiz): [ˈz̥ʏnːe̝le̝n], [ˈz̥ʏnːələn], auch: [ˈzʏnələn]
Hörbeispiele:
standardsprachlich (Deutschland, Österreich): —
standardsprachlich (Schweiz): —, —, auch: —
Bedeutungen:
schweizerisch, intransitiv: mundartnah:
[1] auch reflexiv: sich von der Sonne bescheinen lassen, ein Sonnenbad nehmen
[2] durch die unter [1] beschriebene Tätigkeit bewirken, dass die Haut einen bräunlichen/bräunlicheren Farbton annimmt
[3] jemanden neckisch mit dem von einem Spiegel, einer polierten Fläche geworfenen Reflex des Sonnenlichts blenden
[4] durch die Einwirkung der Sonne einen (guten) Geruch besitzen
[5] von Gräsern: von der Sonne zu sehr durchbrannt sein; wegen des von der Sonne ausgedörrten Bodens fast dürr geworden
Herkunft:
Diminutivum zu sunnen ‚sonnen‘ oder eine Ableitung von Sünneli
Synonyme:
[1] sich sonnen, sonnenbaden
[2] sich bräunen
[3] Sünneli machen
Beispiele:
[1] „Nachdem ich ein wenig «gesünnelet» hatte, machte ich mich auf den Weg nach Stalden Saas, wo ich bei einer Kollegin übernachten kann.“
[1] „Wir fahren mit dem Camper zweimal pro Jahr nach Agno. Hier sünnelen wir, gehen tauchen und beobachten Fische.“
[1] „Ich ,sünnele‘ gern - einfach liegen und reden und baden.“
[1] „Mit einer Freundin fotografierte ich ihn jeweils, wenn er auf dem Balkon ‹sünnelete›», gesteht Xenia in der «Schweizer Illustrierten».“
[1] „«Leider kann ich nicht das ganze Jahr in Miami sünnelen», sagt sie lachend.“
[1] „Wer im Bikini im Garten sünnelet, muss nicht damit rechnen, dass eine über dem Gartenhag schwebende Google Street View Kamera ihn abbildet und den Schnappschuss einem grossen Publikum zeigt.“
[1] „Nicht zufällig heisst der Ort, wo heute gebadet und gesünnelet wird, Schützenmatte: Bis 1969 wurde dort auf Zielscheiben geschossen.“
[1] „Die Eltern in spe widmen sich noch einmal nur sich selbst. Sie bädelen, sünnelen und schätzelen.“
[1] „Man ging ja schliesslich nicht nur an die St. Luzistrasse, um dort zu bädelen und zu sünnelen und zu pläuschlen, sondern man traf sich mit Bekannten im Restaurant, um etwas zu verspeisen, nicht nur ein Vanille-Cornet.“
[2]
[3] Die Kinder sünneleten.
[4] Die Wäsche sünnelet.
[4] Das Heu tut sünnelen.
[5] Das Gras sünnelet.
==== Übersetzungen ====
[1, 3–5] Albert Bachmann [Leitung] et al.: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT IN ZÜRICH unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolkes. 7. Band: S, Huber, Frauenfeld 1913, DNB 948902280 (Digitalisat) , Stichwort »sunnelen«, Spalte 1100–1101.
[1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 978-3-11-016574-6, DNB 972128115 , Stichwort »sünnelen«, Seite 774.
[1, 2] Hans Bickel, Christoph Landolt; Schweizerischer Verein für die deutsche Sprache (Herausgeber): Duden, Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. 1. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2012, ISBN 978-3-411-70417-0 , Stichwort »sünnelen«, Seite 69.
Quellen: