marodieren
التعريفات والمعاني
== marodieren (Deutsch) ==
=== Verb ===
Anmerkung:
Das Verb wird zumeist im Partizip Präsens gebraucht.
Worttrennung:
ma·ro·die·ren, Präteritum: ma·ro·dier·te Partizip II: ma·ro·diert
Aussprache:
IPA: [ˌmaʁoˈdiːʁən]
Hörbeispiele: marodieren (Info), marodieren (Info)
Reime: -iːʁən
Bedeutungen:
[1] intransitiv, transitiv: in einem bewaffneten Konflikt/im Krieg hinter der Truppe (auch aus vorgetäuschter Entkräftung) zurückbleiben und plündernd umherziehen
[2] intransitiv, übertragen: um sich greifen; sich ausbreiten
Herkunft:
Es ist eine seit dem 18. Jahrhundert bezeugte Entlehnung aus dem französischen marauder → fr ‚herumstrolchen; betteln; (im Kriege Lebensmittel) plündern, stehlen‘. Diesem wiederum liegt am ehesten volkssprachliches französisch marauder → fr ‚nächtliches Herumtollen der Katzen in der Brunstzeit‘ zugrunde, welches ein Desubstantivum von dialektalem maraud → fr ‚Kater‘ ist. Dieses ist eine onomatopoetische, das Schnurren der Katze nachahmende Bildung, die sich als ablautende und reduplikationslose Form zu der (nicht belegten, aber rekonstruierten) lautmalerischen indoeuropäischen Form *mormor-, *murmur- ‚murmeln, Gemurmel‘ (siehe »murmeln«) stellen lässt und mit der pejorativen französischen Endung -aud versehen ist.
Sinnverwandte Wörter:
[1] ausplündern, brandschatzen, plündern, räubern
[2] grassieren, wüten
Beispiele:
[1] „Männliche Restavèks durchbrechen die Opferrolle, indem sie sich den gefürchteten Banden anschliessen, die bewaffnet durch die Strassen der Hauptstadt marodieren.“
[1] „So, wie es Augenzeugen beschreiben, versank das Viertel zeitweise im blutigen Chaos, als schwere Häuserkämpfe zwischen marodierenden Soldaten und Guerillakämpfern ausbrachen.“
[1] „Monatelang zogen sie umher, auf der Flucht von den marodierenden Horden des Ratko Mladic, hungrig, durstig, nirgendwo willkommen, bespuckt, verflucht, verloren: ‚Haut ab‘, rief die Mutter seines serbischen Freundes jetzt, ‚hier ist kein Platz für euch. Ich erschieße euch alle.‘“
[2] „Aber auch in den Regionen, wo sie kaum ein Mensch behelligt, sterben die Affen: am Ebola-Virus, das dort seit Jahren marodiert.“
[2] „Kommunikationsnetze gleich welcher Art sind anfällig für »Parasiten«, Viren, Würmer und andere marodierende Software.“
[2] „Vielmehr sei die Krise ein Ergebnis kollektiver Angstproduktion, ‚aufgeschaukelte Angst, kopierte Angst, von Hirn zu Hirn marodierende Angst, eine kollektive Infektion‘, schreibt der doch recht populärwissenschaftliche Zukunftsforscher Matthias Horx.“
Charakteristische Wortkombinationen:
[1] marodierende Banden, Soldaten; marodierendes Gesindel; marodierende Horde, Soldateska
[2] marodierende Epidemie, Seuche; marodierender Virus
==== Übersetzungen ====
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 6. Band Lein–Peko, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04793-3, DNB 965409120 , Seite 2521.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0 , Seite 852.
[1] Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 2001, ISBN 978-3-577-10603-0 , Seite 570.
[1, 2] Duden online „marodieren“
[1] Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „marodieren“ auf wissen.de
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „marodieren“ auf wissen.de
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „marodieren“
[1] The Free Dictionary „marodieren“
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „marodieren“
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „marodieren“
[1] Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Zweyte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig 1793–1801 „marodiren“
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „marodieren“
Quellen: