haschen

التعريفات والمعاني

== haschen (Deutsch) == === Verb, fassen; streben === Anmerkung zur Konjugation: Die konjugierte Form „du hascht“ ist in Österreich zulässig, da gemäß dem Österreichischen Wörterbuch (ÖWB) bei Verben mit dem Stammauslaut …sch „auch die Endung -t (ohne vorangehendes s) korrekt“ ist (siehe im Anhang des ÖWBs unter „Konjugation der Verben (Zeitwörter)“, Punkt 1.4 „Stammauslaut“ der Punkt 1.4.4). Diese Verbform wird jedoch auch im gesamten deutschen Sprachgebiet umgangssprachlich verwendet. Worttrennung: ha·schen, Präteritum: hasch·te, Partizip II: ge·hascht Aussprache: IPA: [ˈhaʃn̩] Hörbeispiele: haschen (Info) Reime: -aʃn̩ Bedeutungen: [1] transitiv; veraltet: jemanden (oder ein Tier in freier Natur) nach vorausgegangener Hatz fangen und in Gewahrsam, Verwahrung nehmen [2] transitiv; veraltend: jemanden oder etwas schnell (mit den Händen [oder, bei Tieren, sonstigen Greifwerkzeugen]) zu fassen bekommen [3] reflexiv; veraltend: einander (im Spiel nachlaufen und) zu fangen suchen; Haschen spielen [4] intransitiv; veraltend: (die Hände [oder, bei Tieren, sonstige Greifwerkzeuge]) schnell nach jemandem oder etwas ausstrecken, um ihn oder es (in bestimmter Absicht, zu einem bestimmten Zweck) zu ergreifen (suchen) [5] intransitiv, transitiv; übertragen veraltend abwertend: gierig nach etwas trachten Herkunft: Das Wort geht auf das seit dem 14. Jahrhundert bezeugte spätmittelhochdeutsche haschen → gmh zurück, das zunächst im regionalen Frühneuhochdeutschen (ostmitteldeutsch) weiterlebt, sich seit dem 16. Jahrhundert vor allem durch Luther verbreitet, so in die Literatursprache gelangt und aufgrund dessen allmählich gemeinsprachliche Geltung erhält. Der Bedeutung ‚ergreifen, (nach vorausgegangener Verfolgung) einfangen‘ nach könnte es wie (mundartlich) schwedisches haska → sv ‚nachlaufen‘ ein germanisches ōn-Verb (*haf-skō-) voraussetzen, das, wenn (erschlossenes) *hask- aus einem (erschlossenen) *hafsk- hervorgegangen ist, als Intensivbildung (Intensivum) zu der unter -haft, haben und heben angeführten (erschlossenen) indoeuropäischen Wurzel *kap- ‚fassen, packen‘ (vergleiche lateinisches capere → la) gestellt werden. Sinnverwandte Wörter: [1] einfangen, festnehmen, gefangen nehmen, stellen [1, 2] ergreifen, fangen, greifen, packen, schnappen [4] zugreifen, zupacken, zuschnappen [5] heischen Gegenwörter: [1] auslassen, entlassen, freigeben, freisetzen, jemanden auf freien Fuß setzen, jemanden laufen lassen, losgeben [1, 2] freilassen [2] loslassen Oberbegriffe: [1–4] fassen [5] streben Beispiele: [1] „Du biſt ja von ihnen deſertirt; und wenn ſie dich jezt haſchen, ſo ſchießen ſie dich todt!“ [2] „Die Kinder haſchen Schmetterlinge, ſammeln Blumen in Körben, winden Kränze und ſchmücken ſich unter einander.“ [2] „Er ſprang nach dem Garten und haſchte unterwegs nur etwas von der Vorkoſt, die der Diener für die Gäſte brachte, weil erſt nach einer Stunde die Frauenzimmer im Garten erſcheinen würden.“ [2] „Und wenn nicht Luise gewesen wäre, er hätte sein Auto genommen und wäre die Julierstraße zu dem alten Familienhof bei Rivar hinaufgefahren, wo die Julia wie flüssiger Kristall durch das bunte Schieferbett jagt und die Forellen zwischen den Blumen, die über das Ufer hängen, in großen Sprüngen Fliegen und Heuschrecken haschen.“ [2] „Hermine hascht einige der Blätter.“ [3] „Um die Trajanssäule haschen sich die Kinder.“ [4] „Weinend haſchte ſie nach ſeiner Hand, die das rote Taſchentuch hielt, und packte ſie mit ihren beiden Händen.“ [4] „Sie streichelte noch K.’s Hand, sprang auf und lief zum Fenster. Unwillkürlich haschte noch K. nach ihrer Hand ins Leere.“ [4] „In den Blütenhängen der Uferwände fingen Kolibris zu ſchwirren an, wie funkelnde Lichtpunkte, die Honig aus den Blüten tranken und im Fluge nach Inſekten haſchten.“ [4] „Dann hascht er nach einem der Scheine, dreht ihn um und prüft, ob er echt sei.“ [4] „Frieda hascht nach der Zigarette, tut zwei tiefe Lungenzüge, greift in die Tasten und schreibt: ‚Der Neubauer Ole Hansen, genannt Bienkopp, bildete einen wesentlichen Hebel zur Durchführung der Gründung einer …‘ Frieda stockt. ‚»BAUERNGEMEINSCHAFT neuer Art«, was ist ’n das für ’n Kaleika?‘“ [4] „Sie wird bunt sein wie eine Blaurake, denk ich mir, einer von den Vögeln, die im Spätsommer auf den abgeernteten Kornfeldern nach Heuhüpfern haschen.“ [4] «Die Katze haschte nicht nach Fräulein Bazzells schwarzem Samtband, als er es mit dem weißen zusammenknüpfte.» [4] „Die Mitreisenden machen sich einen Spaß daraus, nach meinen Früchten zu haschen.“ [5] „Bruder — ich habe die Menſchen geſehen, ihre Bienenſorgen, und ihre Rieſenprojekte — ihre Goͤtterplane und ihre Mauſegeſchaͤffte, das wunderſeltſame Wettrennen nach Gluͤckſeligkeit; […]; dieſes bunte Lotto des Lebens, worein ſo mancher ſeine Unſchuld, und — ſeinen Himmel ſezt, einen Treffer zu haſchen, und — Nullen ſind der Auszug — am Ende war kein Treffer darinn.“ [5] „Dein Weigern iſt das Signal, das die Provinzen mit Einemmale zu den Waffen ruft, das jede Grauſamkeit rechtfertigt, wozu Spanien von jeher nur gern den Vorwand gehaſcht hat.“ [5] „Froh haschte Haspel nach dem Gerücht, ließ es sich durch Augenzeugen bestätigen und suchte nun an der Tatsache, daß sich die Kacheln lösten, die Fragwürdigkeit der gesamten Berliner Bauweise zu begründen.“ Redewendungen: [2] scherzhaft, spöttisch: Hasch mich, ich bin der Frühling! [2] scherzhaft, spöttisch: Hasch mich, ich bin der Herbst, ich habe auch noch warme Tage!, Hasch mich, ich bin der Spätherbst, ich habe auch noch warme Tage! Charakteristische Wortkombinationen: [1, 2] jemanden, etwas haschen [3] sich gegenseitig haschen; gehoben: sich einander haschen [3] Kinder haschen sich [4] nach einer Fliege, jemandes Hand haschen [5] nach Anerkennung, Aufmerksamkeit, Beifall, Effekt, Zustimmung haschen Wortbildungen: Substantive: [1] Häscher [2] Haschmich [3] Haschen [4] Effekthascherei, Sensationshascherei Verben: [2, 4] aufhaschen, erhaschen ==== Übersetzungen ==== [2–5] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „haschen“ [*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „haschen“ [2–4] The Free Dictionary „haschen¹“ [2(, 3), 4(, 5)] Duden online „haschen“ [2, 3] Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „haschen¹“ auf wissen.de [2–4] PONS – Deutsche Rechtschreibung „haschen¹“ [*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „haschen“ [1–5] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „haschen“ [2(, 3), 4(, 5)] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0 , Stichwort »¹haschen«. [2(, 3), 4(, 5)] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8 , Stichwort »¹haschen«, Seite 813. Quellen: === Verb, Haschisch konsumieren === Anmerkung zur Konjugation: Die konjugierte Form „du hascht“ ist in Österreich zulässig, da gemäß dem Österreichischen Wörterbuch (ÖWB) bei Verben mit dem Stammauslaut …sch „auch die Endung -t (ohne vorangehendes s) korrekt“ ist (siehe im Anhang des ÖWBs unter „Konjugation der Verben (Zeitwörter)“, Punkt 1.4 „Stammauslaut“ der Punkt 1.4.4). Diese Verbform wird jedoch auch im gesamten deutschen Sprachgebiet umgangssprachlich verwendet. Worttrennung: ha·schen, Präteritum: hasch·te, Partizip II: ge·hascht Aussprache: IPA: [ˈhaʃn̩] Hörbeispiele: haschen (Info) Reime: -aʃn̩ Bedeutungen: [1] intransitiv; umgangssprachlich: Haschisch rauchen oder anderswie konsumieren Herkunft: Es handelt sich um eine seit Mitte der 1960er Jahre bezeugte verbale Ableitung (Verbalisierung) zum Substantiv Hasch, der Kurzform zu Haschisch. Synonyme: Haschisch rauchen: [1] kiffen [1] Jargon: jointen, törnen / turnen Oberbegriffe: [1] konsumieren Beispiele: [1] „Allerdings hat das Hasch-Verbot noch einen anderen, praktischen Grund: Wer hascht, hat mit polizeilichen Hausbesuchen zu rechnen, und ‚bei diesen Gelegenheiten könnten gefährlichere Dinge als Hasch entdeckt werden‘.“ [1] „Andererseits gibt es natürlich solche und solche. Gelegenheitskiffer wie meine Tante, Prolos, die von erfahrenen Ravern belächelt werden, weil sie nach einigen Stunden sportiven Kampfkiffens schon erledigt sind, Schwerkranke, die kiffen, um Appetit zu kriegen, Alternativapostel, die politisch korrekt alle anderen Drogen verdammen, Freunde des Exzesses, die nur auf Speed haschen, vegetarische Gesundheitskiffer und Raver aus der Goa-Szene, die sich irgendwie ein subkulturelles Gedächtnis bewahrt haben und das alternative Image des Haschrauchs gewissenhaft pflegen.“ [1] „Es sei bedrückend, dass eine Drogenberatungsstelle wie geschehen die Auskunft gebe, wenn ein Jugendlicher hasche, brauche man sich keine Sorgen zu machen.“ [1] „Joplins ‚schockierende Seiten‘ wirkten einst deshalb so grell, weil sie eine Frau war. In einer männlich dominierten Rockwelt verlangte sie ihren Platz und verkündete: ‚Was ihr Säcke könnt, kann ich auch.‘ Dass sie trank und haschte wie Hendrix, machte Schlagzeilen.“ [1] „Damals hätten alle gehascht und LSD genommen, erzählt der ‚Alt-68er‘, wie er sich selbst bezeichnet.“ [1] „Wo einst die Hippies haschten, hängen heute deutsche und britische Rentner in gepolsterten Liegestühlen. Goa war gestern.“ [1] „Die meisten Mitschüler, die haschten, schätzten die Leichtigkeit des Marihuanatrips.“ Wortbildungen: Adjektive: behascht, verhascht Substantive: Hascher, Haschmich Verb: davonhaschen ==== Übersetzungen ==== [*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „haschen“ [1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Fremdwörterbuch „Haschisch: haschen“ [1] The Free Dictionary „haschen²“ [1] Duden online „haschen“ [1] Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „haschen²“ auf wissen.de [1] Wahrig Fremdwörterlexikon „haschen“ auf wissen.de [1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „haschen²“ [*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „haschen“ [1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0 , Stichwort »²haschen«. [1] Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 2001, ISBN 978-3-577-10603-0 , Stichwort »haschen«, Seite 349. [1] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7 , Stichwort »haschen«. [1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »haschen«. [1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 10., aktualisierte Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2010, ISBN 978-3-411-04060-5, DNB 1007274220 , Stichwort »haschen«, Seite 409. [1] Hans Schulz, Otto Basler: Deutsches Fremdwörterbuch. 2. völlig neubearbeitete Auflage. 7. Band: habilitieren – hysterisch, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2010, ISBN 978-3-11-025251-4, DNB 1009313150 (neubearbeitet im Institut für Deutsche Sprache unter der Leitung Herbert Schmidt) , Stichwort »Haschisch: haschen«, Seite 156–158. [1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8 , Stichwort »²haschen«, Seite 813. Quellen: