Schiwa sitzen
التعريفات والمعاني
== Schiwa sitzen (Deutsch) ==
=== Verb, Redewendung ===
Alternative Schreibweisen:
Schiva sitzen, Schiv’a sitzen, Schiw’a sitzen, Shiva sitzen, Shiv’a sitzen, Shiwa sitzen, Shiw’a sitzen
Nebenformen:
Schiwe sitzen
Worttrennung:
Schi·wa sit·zen
Aussprache:
IPA: [ʃivˈʔaː ˌzɪt͡sn̩], [ʃiˈvaː ˌzɪt͡sn̩]
Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
[1] Judentum: die Trauerwoche (Schiwa) halten, während der tagsüber die Anverwandten ersten Grades (Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter sowie Ehegatte, Ehegattin) auf dem Boden beziehungsweise auf Kissen oder niedrigen (maximal 30 cm hohen) Schemeln sitzen (und in manchen Haushalten nachts auf einer Matratze schlafen)
Oberbegriffe:
[1] trauern
Beispiele:
[1] „Die 80-jährige Jüdin Rose sitzt in ihrer Wohnung in Miami Beach auf einer lehnenlosen Holzbank, um traditionell sieben Tage Schiwa zu sitzen, die Totentrauer.“
[1] „Die junge Frau steht mit der Familie des Toten am offenen Grab, sitzt sieben endlos lange Tage Schiwa, verbringt Stunden an der Grabstätte des Mannes, dessen Ehefrau sie hätte werden sollen, mit dem sie Kinder großziehen wollte.“
[1] „Vom Christentum unterscheidet sich die jüdische Beerdigungspraxis vor allem durch die festgelegten Trauerzeiten. Direkt nach der Beerdigung wird von den engsten Verwandten eine Woche Schiwa gesessen, daran schließen sich dreißig Tage Scheloschim an, während derer etwa das Haareschneiden untersagt ist. Ein Trauerjahr ohne Feste folgt, allerdings nur für die Eltern des Toten.“
[1] „Doch nun ist ihr Vater gestorben – und vor seinem letzten Wunsch fürchten sich alle: Sie sollen für ihn Schiwa sitzen, sieben Tage die traditionelle jüdische Totenwache halten.“
[1] „Prinzipiell kann dieser Kreis um die sieben Personen erweitert werden, die Schiwa zu sitzen haben, nämlich die Kinder, den Vater, die Mutter, den Bruder, die Schwester, den Ehemann bzw. die Ehefrau.“
[1] «Berl, ich brauche einen Sohn, der nach meinem Ableben Schiwa sitzt und elf Monate lang das Totengebet spricht.»
[1] „Trotzdem beschloss ich, Schiwa zu sitzen. Ich saß Schiwa, weil ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte.“
Wortbildungen:
Schiwasitzen n
==== Übersetzungen ====
[1] Max Joseph: Trauer, Trauergebräuche. In: Georg Herlitz, Dr. Bruno Kirschner et al. (Herausgeber): Jüdisches Lexikon. Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden. Band Ⅳ/2: S—Z, Jüdischer Verlag, Berlin 1930, URN:nbn:de:hebis:30-180015078053 , Spalte 1036–1037 (Digitalisat der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main).
Quellen: