Samichlaus
التعريفات والمعاني
== Samichlaus (Deutsch) ==
=== Substantiv, m ===
Nebenformen:
Samiklaus
Worttrennung:
Sa·mi·ch·laus, Plural: Sa·mi·ch·läu·se
Aussprache:
IPA: [ˈsamiˌxlaʊ̯s], [ˈsamiˌklaʊ̯s]
Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
schweizerisch:
[1] kein Plural: Figur des Weihnachtsbrauchtums nach dem Vorbild des heiligen Nikolaus, die in der Nacht zum 6. Dezember die Familien besucht, das Verhalten der Kinder im vergangenen Jahr kommentiert und ihnen als Anerkennung für ihr Wohlverhalten Nüsse, Mandarinen, Tirggel, Lebkuchen, Schokolade usw. schenkt
[2] Person, die sich als Samichlaus[1] verkleidet hat und am 6. Dezember die Kinder beschenkt
[3] aus Schokolade, Marzipan oder Ähnlichem bestehende Figur, die den Samichlaus[1] darstellt
[4] kein Plural: Samichlaustag, der 6. Dezember
[5] bis ins 19. und lokal bis ins frühe 20. Jahrhundert auch: der Gabenbringer der Weihnachtszeit überhaupt, anstelle des Christkinds oder Weihnachtskinds
[6] bis ins 19. Jahrhundert auch: das vom Gabenbringer (Samichlaus[5]) gebrachte Geschenk
Herkunft:
mundartliche Entstellung aus Sankt Nikolaus
Synonyme:
[1, 2] Nikolaus, Österreich: Nikolo
[4] Nikolaus, Nikolaustag, Österreich: Nikolo, Nikolotag, schweizerisch: Samichlaustag
Sinnverwandte Wörter:
[1] Rauschebart, Weihnachtsmann
[1] Knecht Ruprecht, Österreich: Krampus, Schweiz: Schmutzli
[1] Elsass: Hans Trapp, Rheinland: Hans Muff, Lothringen: Rüpelz, Ostpreußen veraltet: Schimmelreiter, regional: Beelzebub, Klaus, Pelznickel
[5] Christkind, Weihnachtskind
[6] Geschenk
Gegenwörter:
[1] Pelzmärtel, Väterchen Frost
[1] Süddeutschland, Österreich, Schweiz: Christkind, Christkindl, Christkindle, Christchindli, Chrischtchindli, Weihnachtskind
[1, 3] Osterhase
Weibliche Wortformen:
[1, 2] Samichläusin
Verkleinerungsformen:
[1–3] Samichläusli
Oberbegriffe:
[1, 5] fiktive Person, Figur, Sagengestalt
[2] Mensch, Person
[3] Naschwerk, Süßigkeit, Süßware; Lebensmittel, Nahrungsmittel
[4] Festtag
Unterbegriffe:
[3] Schoggisamichlaus, Schokoladensamichlaus
Beispiele:
[1] „Wie jedes Jahr kommt am 6. Dezember der «Samichlaus«.“
[1] „Alle Jahre wieder müssen Kinder vor dem Samichlaus beweisen, dass sie wohlerzogene Mitglieder unserer Gesellschaft sind.“
[1] „Samichlaus geht in Wahrheit auf die für das 3. Jahrhundert nach Christus historisch verbürgte Figur des Nikolaus von Myra zurück, einer Stadt in der kleinasiatischen Region Lykien in der heutigen Südtürkei.“
[1] „Daraus wurde dann unser Samichlaus, ein Vorbote unserer Weihnacht.“
[2] „Entschleunigung seit 1958: Der Samichlaus steuert das Märlitram, mit Kindern an Bord ist er mit lediglich 7 Kilometern pro Stunde unterwegs.“
[2] „Kurt Käppeli (70) ist seit 50 Jahren Samichlaus.“
[2] „Fabian Egli hat seine Rolle als Samichlaus perfektioniert – und neu interpretiert.“
[2] „Aber darf man als Samichlaus ans Steuer sitzen?“
[3] „Ein fröhlicher Schoggi-Samichlaus könnte Kinder zu ungesundem Essen verführen, so die Überlegungen der Gesundheitsbehörden in Chile.“
[3] „Der Schoggi-Samichlaus hat dagegen starke Konkurrenz von zahlreichen anderen Weihnachtsleckereien wie Lebkuchen, Zimtsternen und Vanillekipferln.“
[3] „Bei speziellen Weihnachtskursen können Kinder wie auch Erwachsene ihrer Kreativität freien Lauf lassen, wenn sie einen eigenen «Samichlaus» oder Lindt-Teddy selber giessen und verzieren.“
[3] „Gerade verschönern zwei Angestellte einen riesigen Schoggi-Samichlaus, der aus 150 bis 160 Kilogramm Schoggi besteht.“
[4] „Brauchst du noch ein Last-Minute-Samichlaus-Versli? […] In unserem «Quiz der Woche» zum Samichlaus kannst du ein lustiges Gedicht lernen und dein Wissen rund um den Nikolaus testen!“
[4] „Seit dem Bettag und bis zum Samichlaus ist im «Rössli» Mauensee Wild angesagt.“
[4] „Es ist tatsächlich alles nach Plan gelaufen, und es wurde tatsächlich Samichlaus gefeiert im neuen Gemeinschaftsraum.“
[4] „Doch weil Samichlaustag war, sprang der 57-jährige Gerhard S. aus Huttwil ein und ermöglichte so seinem jüngeren Securitas-Kollegen, dass er mit seinen Kindern Samichlaus feiern konnte.“
[5] „Statt des Chl[aus] erscheint an andern Orten das Wiehnachts- oder Neujārchind. Im Zürcher Weinland scheidet die Thur das Gebiet des Christkindes (links) von dem des Samichlaus (rechts)“ (Beschreibung aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts).
[5] „Nach Sulger [einem Autor] bringt Samichlaus am 6. Dezember den Knaben Geschenken, das Christchindli am Christtag den Mädchen“ (Beschreibung aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts).
[5] „Dieses Geschenk, welches die Kinder vom Samichlaus und nicht von den Eltern zu empfangen wähnen, werden öfters an ein dazu verfertigtes mit Flittergold ausgeziertes oder mit kleinen Wachslichtern versehenes Bäumchen gehängt (Vierwaldstätte, Zug, Zürich, Schaffhausen, Graubünden, Glarus).“
[6] „Samichlaus m. – Geschenk, dergleichen Eltern ihren Kindern durch eine vermummte Person, genannt Samichlaus (verderbt aus sant Nikolaus) machen, um in denselben dadurch Freude zu erwecken und sie zum Gehorsam und Fleiß aufzumuntern.“
Charakteristische Wortkombinationen:
[1] etwas vom Samichlaus geschenkt bekommen, an den Samichlaus glauben, der Samichlaus kommt
[4] etwas zum Samichlaus geschenkt bekommen; Samichlaus feiern
Wortbildungen:
Samichlausabend, Samichlausbrauch, Samichlaustag, Samichlauskostüm
==== Übersetzungen ====
[1] Wikipedia-Artikel „Nikolaus von Myra“ (dort auch „Samichlaus“)
[1] Duden online „Samichlaus“
[1–4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Samichlaus“
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Samichlaus“
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Samichlaus“
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Samichlaus“
[1, 2] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X , Seite 615.
[1, 2] Kurt Meyer: Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz. Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2006, ISBN 978-3-7193-1382-1 , Seite 221.
[1, 2] Hans Bickel, Christoph Landolt; Schweizerischer Verein für die deutsche Sprache (Herausgeber): Duden, Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-411-70418-7 , Seite 70.
[5] Friedrich Staub [Leitung], Ludwig Tober et al.: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT IN ZÜRICH unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolkes. 3. Band: J, K/Ch, L, Huber, Frauenfeld 1895, DNB 948902035 (Digitalisat) , Spalten 687–697.
[5] Christoph Landolt: Nikolaus, Christkind, Weihnachtskind, Neujahrkind, Mutti, Pelzer & Santa Claus. In: Wortgeschichten. Hrsg. von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons (19. Dezember 2013).
[5, 6] Franz Joseph Stalder: Versuch eines Schweizerischen Idiotikon mit etymologischen Bemerkungen untermischt. Samt einer Nachlese vergessener Wörter oder Bedeutungen. Zweyter und letzter Band. Heinrich Remigius Sauerländer, Aarau 1812, Seite 299.
Quellen: