Matte
التعريفات والمعاني
== Matte (Deutsch) ==
=== Substantiv, f ===
Worttrennung:
Mat·te, Plural: Mat·ten
Aussprache:
IPA: [ˈmatə]
Hörbeispiele: Matte (Info)
Reime: -atə
Bedeutungen:
[1] eine aus grobem Flechtwerk oder Gewebe aus Bast, Binsen, Schilf, Stroh, synthetischen Fasern oder Ähnlichem bestehende Unterlage oder dergleichen
[2] Sport: eine aus weichem, federndem Material bestehende Unterlage, die mit einem festen Überzug umhüllt ist (zur Dämpfung von Sprüngen beim Turnen, als Fläche für die Kämpfe im Ringen oder dergleichen)
[3] umgangssprachlich: lange Haare
[4] umgangssprachlich: Prostituierte
[5] umgangssprachlich: Bett
[6] umgangssprachlich: (aus Bast oder Stroh gefertigte) grobe Decke, die als Umhang getragen wird
Herkunft:
[1, 2] seit dem 9. Jahrhundert bezeugt; Erbwort aus den mittelhochdeutschen Formen matte → gmh und matze → gmh (siehe auch mittelniederdeutsch matte → gml, mittelniederländisch matte → dum), die ihrerseits der althochdeutscher Form matta → goh entstammen; bei dieser, wie bei den altenglischen Formen matt → ang und meatt → ang, handelt es sich um eine Entlehnung aus mittellateinisch matta → la, das seinerseits ein phönikisch-punisches Lehnwort ist (vergleiche hebräisch מִטָה (CHA: miṭā(h)) ‚Lager‘, vor allem aus Binsen, Stroh oder Ähnlichem); offenbar schon vor der Lautverschiebung entlehnt ist oberrheinisch »Matze«, das aber erst seit spätmittelhochdeutscher Zeit bezeugt ist
[3] seit 1955 bezeugte und von der Halbwüchsigensprache ausgehende Bedeutungsübertragung, die darin besteht, dass die langen Haare als eine Art Teppich aufgefasst werden; vergleiche hierzu englisch mat → en „wirres Haar“
[4] seit 1930 bezeugte Bedeutungsübertragung, die darin besteht, dass die Prostituierte mit der Unterlage bei Sportarten wie Bodenturnen, Ringen und so weiter gleichsetzt wird
[5] seit 1955 bezeugte und vom Norddeutschen ausgehende Erweiterung aus der Bedeutung „Fußdecke“
[6] seit 1955 bezeugte und von der Halbwüchsigensprache ausgehende Bedeutungsübertragung
Synonyme:
[4] alle umgangssprachlich: Allgemeine, Alma, Amüsiermädchen, Amüsiermatratze, Anschaffefrau, Bein, Berufsamüsiererin, Berufsmäßige, Beserl, Bettmaid, Biene, Bolzen, Briefkasten, Bruchbiene, Brunzwinkel, Bumsmädchen, Dämchen, Dame/Dame vom Dienst/Dame des öffentlichen Dienstes/Dame fürs Geld/Dame des ältesten Gewerbes/Dame des ältesten Gewerbes der Welt/Dame des leichten Gewerbes/Dame minderen Gewichts/Dame der zehnten Muse/Dame mit dem unaussprechlichen Namen/Dame der ältesten Zunft der Welt/Dame von der flotten Zunft/Dame von der leichten Zunft/horizontale Dame/käufliche Dame/leichte Dame/öffentliche Dame/professionelle Dame/schräge Dame/vorübergehende Dame/eindeutig zweideutige Dame, Dienerin des horizontalen Gewerbes/Dienerin der Liebe/Dienerin der käuflichen Liebe, Diensleistungsdame, Dienstmädchen/Dienst-Mädchen, Donna, Dosenverkäuferin, Dulle, Ekelkörper, horizontal Erwerbstätige, Fahrrad, Fetze, Fliege, Flinte, F-Loch, Flöte, Frau auf Zeit, Fraulein/Fräulein, Freudenfrau, Freudenmädchen, Freundin gegen bar/Freundin für Geld, Fuchtel, Futt, Gammel, Gänsefüßchen-Dame, Geige, Geigenspielerin, Geldkatze, Gemse, Genussdame, Geschlechtskatze, Gesellschaftsdame, Gunstgewerblerin, hwG-Frau, Hackbraten, Halbschwergewicht, Halbweltlerin, Hatsche, Haut, Hoppemädchen, Horizontalgewerblerin, Horizontalhostess, Hostess, Hübschlerin, Huhn, Hüpferl, Intimsportlerin, Juchhe-Dame, Kalle, Kätzchen, Katze, Kauffrau, Kletterhanne, Kletterjule, Kobelmädchen, Kuh, Leihdame, Leihkörper, Leisten, Lustmatratze, Mädchen für alle, Mädchen vom Dienst/M.v.D., Mädchen der Liebe, Mädchen von der leichtesten Tugend, allgemeingültiges Mädchen, halbseidenes Mädchen, horizontales Mädchen, leichtes Mädchen, Matratze, Metze, Mietsche, Mieze, Miss Gunst, Modell, Möse, Motte, Muschi, Nachthyäne, Nachtmensch, Nagel, Nähmaschine, Nelke, Nickel, Nymphe, Öffentliche, Omnibus, P. P., Pflaumenhandlung, Pimperliese, Pimpernelle, Presslusthammer, Pritsche, Professionelle, Profi/Profi-Katze, Rabe, Ratte, Reitpferd, Samenräuber, Schickse, Schinken, Schlampe/Schlampen, Schlapfen, Schleuse, Schlitten, Schnalle, Schöne der Nacht, barmherzige Schwester/mitleidige Schwester, Sexgewerblerin, Sexmaschine, Sexualdemokratin, Sexualhelferin, Solchene, Spritzbüchse, Spritze, Staude, Steckdose, Stück, Stundenfrau, Stute, Sumpfblüte, Tebe, Tilla/Tille, Töle, Truhe, Tülle, Tülpchen, Unke, Uschi, Vergnügungsspenderin, öffentliches Verkehrsmittel, Viertelstundenlöhnerin, Volksempfängerin, Vorführdame, Wachtel, Wanze, sündige Ware, Zahn, professionelle Zeitvertreiberin, Zibbe, Zusel
[5] alle umgangssprachlich: Bock, Brett, Bucht, Bunker, Buntkarierte, Ducht, Eia/Eija, Eierkiste, Falle, Federn, Feige, Filze, Furzkiste, Furklappe, Furzmolle/Furzmulde, Hämorrhoidenschaukel, Hauptstadt der Bewegung, Heia, Heiakörbchen, Horchposten, Hutsche/Hutschn, Jojel, Kahn, Kasten, Kaule, Keuschheitsetui, Kiste, Klappe, Knacke, Knutschkiste, Koje, Korb, Körbchen, Kraxe/Kraxn, Kuhle, Kuschee, Liebesstätte, Liebeswiese, Loch, Matratzenball, Mausefalle, Miefkiste, Miste, Molle, Mulde, Nest, Penne, Pfanne, Poofe, Poofmolle/Poofmulde, Posen, Pritsche, Puff, Ratze, Sack, Scheißkorb, Schlummerkasten, Schlummerkiste, Schnarche, Steign, Truhe/Trücherl, Tuch, Wanzenkiste, Wanzennest
Sinnverwandte Wörter:
[1] veraltet: Matta
[2] Bretter, Ring
[3] Haarpracht, Haarstrang; alle umgangssprachlich: Beatle-Mähne, Filzlocken, Künstlermähne, Loreleifrisur, Lottermähne, Löwenmähne, Mähne, Mop-Mähne, Pennerkissen, Pferdefrisur, Spaghetti-Haar, Zammeln, Zotteln
[4] alle umgangssprachlich: Alleinunterhalterin, Altmaterial, Amateurnutte, Amateuse, Ambulante, Amüsierdame, Arbeitsbiene, Autobahnsirene, Autonutte, Badewanne, Bankfleisch, Beifahrerin der Liebe, Benzinnutte, Berufsflittchen, Biernutte, Bordsteinschleifer, Bordsteinschwalbe, dreckige Bürste, Chonte/Konte, Dame vom ambulanten Gewerbe, Diplomierte, Eckensteherin, Edeldirne, Edelnutte, Einspännerin, Empfangsdame, gefallener Engel, Eule, Fangzahn, Feldmatratze, Fensterdirne, Fensterhenne, Feudalnutte, Fose, Fotomodell, Freiberufliche, Freiexemplar, Freifrau, Freimädchen, Freimensch, Freischaffende, Freizeitgirl, Frettchen, Gastarbeiterin, Geheime, Geländenutte, staatlich Geprüfte, Goldgräberin, Großmutter der Liebe, Hafendame, Halbseidene, Hupmädchen, Jungfrau, Jungsau, schicke Kanaille, Kartenfrau, kesse Katze, Kiekse, Kille, Klassefrau, Kreditfetzen, Lausmensch/Lausemensch/Lausenmenscherl, Lebefräulein, Lebemädchen, Lehrkörper, Lercherl, fleißiges Lieschen, das letzte Loch, Lusthase, Lustmieze, Luxusdame, Luxusfrau, spätes Mädchen, Masseuse, Mistmensch, Mitternachtshyäne, Mizzi, Mordsfetzen, NATO-Marlene, Naturalienutte, Neppfrau, Nobeldame, Nonne, Notorische, Nutte, Offizielle, Paradiesvogel, Pferdchen, Pistennutte, Privatdozentin, Private, Quartalnutte, Registerdame, Rennpferd, Rokokokokotte, Rummelnutte, alte Sau, barmherzige Sau, trichinenfrei Sau, Säule, eingefahrener Schlitten, alte Schnalle, Schrapnell, alte Schrippe, billiger Schuss, Sexkätzchen, Sextechnikerin, Sitzjule, Sparbüchse, Spielkätzchen, Spielmädchen, Star des leichten Gewerbes, Strichfahrerin, Strichhure, Strichvogel, Strieze/Strizze, Stubenfliege, Tante, Top-Hostess, Trauermädchen, Trina, Unterhaltungskünstlerin, Untertarifliche, Verkehrsexpertin, Verkehrshindernis, Veronika, Wilde, Zeitungs-Strichmädchen, Zotte, Zugvogel
[5] alle umgangssprachlich: Baba, BMW, Etui, Lotterliege, Lotterwiese, Spielwiese
[6] Poncho; umgangssprachlich: Kotze
Gegenwörter:
[3] Haarschopf, Haarstoppel; alle umgangssprachlich: Bürste, Bürstenfrisur, Cäsarenfrisur, Entlausungsfrisur, Kochtopffrisur, Kokoskopf, Mecki/Meckifrisur, Pagenkopf, Plüsch, Rasenmäherfrisur, Schnittkopf/Schnittkopp, Schrubber, Sing-Sing-Bürste, Stiftekopf/Stiftekopp/Stiftenkopp, Stoppelglatze, Streichholzfrisur
Oberbegriffe:
[1, 2] Bodenbelag, Unterlage
Unterbegriffe:
[1] Allzweckmatte, Automatte, Badematte, Bambusmatte, Bastmatte, Dämmmatte, Filzmatte, Fußmatte, Grasmatte, Gummimatte, Hängematte, Isoliermatte, Isomatte, Kokosmatte, Kunststoffmatte, Motordämmmatte, Platzmatte, Schilfmatte, Schilfrohrmatte, Seuchenmatte, Sitzmatte, Strohmatte, Teigausrollmatte, Tischmatte, Universal-Gummi-Matte
[2] Gymnastikmatte, Judomatte, Ringermatte, Turnmatte, Yogamatte
Beispiele:
[1] Der Raum war mit Matten ausgelegt.
[1] „Diese werden mit einem schwarzbraunen filzähnlichen Haartuch so bedeckt, daß die eine lange Seite ganz geöffnet bleibt; dann scheidet eine Mittelwand von demselben Stoff sie in zwei gleiche Teile: der eine ist gleichsam der Salon, da liegen Matten und einige Polster, welche nachts als Lagerstätte dienen, und der andre ist den häuslichen Geschäften gewidmet und daher meistens von den Frauen bewohnt.“
[1] „Sie machte, die flachen Hände tief an die Hüften gelegt, einen Rundgang durch das Zimmer. Bei der Matte mit den Photographien blieb sie stehen.“
[1] „In der überdachten Ecke des Schuppens lagert Unterrichtsmaterial: zerfledderte Schulbücher, neue Tafeln, eine kleine Sammlung von Tongefäßen, in einem Töpferkurs entstanden, ein paar Tische und Stühle, ein Hefter, ein Taschenrechner, eine Uhr, ein großes Poster, das den Blutkreislauf des Menschen zeigt, und ein paar Matten.“
[1] „Ich legte mich auf meine Matte aus Palmrippen, zog aber weder die feuchten Kleider noch die Schuhe aus.“
[2] Der Kämpfer tritt auf die Matte.
[2] „Im Wettkampf geht es nicht so sanft zu, aber jeder Judoka ist dafür verantwortlich, dass sein Gegner gesund von der Matte kommt.“
[3] Ihre Tochter hat eine blonde Matte.
[4] Dort kann man noch an jeder Ecke eine Matte finden.
[5] Ich kann es kaum erwarten, auf meiner Matte zu liegen.
[6] Das ist kein Umhang, das ist eine Matte!
Redewendungen:
[2] umgangssprachlich: auf der Matte bleiben
[2] umgangssprachlich: auf der Matte stehen
[2] umgangssprachlich: jemandem haut es auf die Matte
[2] umgangssprachlich: jemanden auf die Matte legen
[3] umgangssprachlich: einen an der Matte haben
[5] umgangssprachlich: da kriegst du eine Matte
[5] umgangssprachlich: sich auf die Matte hauen
Charakteristische Wortkombinationen:
[1] eine Matte aus Schilf
[2] die Matte betreten, (den Gegner) auf die Matte werfen
Wortbildungen:
[2] Mattenflucht, Mattenleiter, Mattenrichter, Mattenspringen
==== Übersetzungen ====
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7 , Seite 1123
[3–6] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. 6. Nachdruck der 1. Auflage. Klett, Stuttgart u.a. 1997, ISBN 3-12-570600-9 , Artikel »Matte«
[1, 2] Wikipedia-Artikel „Matte“
[1] Wikipedia-Artikel „Matte (Unterleger)“
[2] Wikipedia-Artikel „Matte (Sport)“
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Matte“
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Matte“
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Matte“
[1, 2] The Free Dictionary „Matte“
Quellen:
=== Substantiv, f ===
Worttrennung:
Mat·te, Plural: Mat·ten
Aussprache:
IPA: [ˈmatə]
Hörbeispiele: —
Reime: -atə
Bedeutungen:
[1] westoberdeutsch: schweizerisch; sonst dichterisch: Grasfläche, grasbewachsener Boden
Herkunft:
Das Wort ist seit dem 11. Jahrhundert bezeugt und im Mittelhochdeutschen als mat(t)e → gmh belegt. Althochdeutsch ist es nur indirekt in matoscreg → goh, matoscregh → goh „Heuschrecke“ überliefert, aus dem Altsächsischen ist jedoch matha → osx bekannt. Es stammt von einem erschlossenen westgermanischen *madwō f „Wiese (zum Mähen)“ (daneben mit Vokallänge altenglisch mǣd → ang, mǣde → ang, woraus neuenglisch meadow → en, sowie altfriesisch mēde → ofs) und ist eine Instrumentalableitung zu »mähen«, so dass sich als Grundbedeutung „Wiese, die gemäht wird“ ergibt (gegenüber der »Weide« „Wiese, die nur abgeweidet wird“); vergleiche auch »Mahd«
Synonyme:
[1] Wiese
Sinnverwandte Wörter:
[1] Weide
Unterbegriffe:
[1] Alpenmatte, Bergmatte, Dorfmatte, Heumatte
Beispiele:
[1] „Er wandelte, unentschlossen, ob er in der Nähe des Dorfes bleiben oder sich entfernen solle, durch eine üppige Matte.“
[1] „Peterli half ihr beim Strohflechten, weil er sonst große Langeweile gehabt hätte, und sie erzählte ihm allerlei schöne Geschichten von der Frauenblümlisalb, wo hoch, hoch droben über ewigem Schnee und Eis eine wunderschöne grüne Matte sei, auf der das arme Vieh, das harte Leute zu tot geplagt, werden und grasen dürfe in Ruh und in Fülle; von reichen Bauersleuten, die üppig und gottlos gelebt und den Armen ihr Haus verschlossen, wie dann aber eine Lawine gekommen und all ihr Hab und Gut verschüttet: da liegen sie nun tief drunten in der Nacht und Qual.“
[1] „So möchte er sein: wie die Berge sind und der Föhn; wie der kristallene See, in dem die Riesenhäupter sich spiegeln; wie die kärgliche Einsamkeit, die sich da oben abspielt. Von hier aus möchte er hinuntersteigen zu den Menschen und ihren mancherlei Schicksalen. Nein sagen und ja sagen, den Kopf schütteln über all der Narretei und wieder zurückkehren auf seine Matte, in sein kleines Nimikon, wo er jeden Regentropfen und jedes Sonnenstäubchen, jeden Dachziegel und jede verirrte Krähe kennt.“
[1] „Leicht aus dem Wald in den Wald hüpft über die Matte das Eichhorn,[…].“
[1] „Er ging auf dem Feldweg … zwischen Matten und Mostbirnenbäumen.“
Charakteristische Wortkombinationen:
[1] alpine Matten, grüne Matten
==== Übersetzungen ====
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7 , Seite 1123
[1] Wikipedia-Artikel „Matte“
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Matte“
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Matte“
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Matte“
[1] The Free Dictionary „Matte“
[1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X Stichwort „Matte“, Seite 466.
[1] Kurt Meyer: Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz. Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2006, ISBN 978-3-7193-1382-1 , Stichwort „Matte“, Seite 181.
[1] Hans Bickel, Christoph Landolt; Schweizerischer Verein für die deutsche Sprache (Herausgeber): Duden, Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-411-70418-7 Stichwort „Matte“, Seite 57.
Quellen:
=== Substantiv, f ===
Nebenformen:
ostmitteldeutsch: Matz
Worttrennung:
Mat·te, Plural: Mat·ten
Aussprache:
IPA: [ˈmatə]
Hörbeispiele: —
Reime: -atə
Bedeutungen:
[1] westmitteldeutsch: geronnene Milch, Quark
Herkunft:
seit dem 15. Jahrhundert bezeugt; mit Rücksicht auf gleichbedeutendes französisch maton → fr, katalanisch mató → ca „Quark“ ist an lateinisch matta → la „Matte“ als Ausgangspunkt zu denken; denkbar ist, dass das Tuch, in das der Quark zum Abtropfen geschüttet wurde, so hieß, und dann der Name vom Behälter auf den Inhalt verschoben wurde
Synonyme:
[1] ostmitteldeutsch: Matz
Sinnverwandte Wörter:
[1] Westösterreich, Tirol; Südostösterreich; Süddeutschland: Schotten; Österreich, Südostdeutschland: Topfen; Ostdeutschland: Weißkäse
Oberbegriffe:
[1] Lebensmittel, Milchprodukt
Beispiele:
[1] „Die Mattentaart wird aus Blätterteig hergestellt, ist mit Matte, einer Art Quark, gefüllt und hat an der Oberseite eine dunkelbraune Kruste.[…]Die Matte wird aus frischer Rohmilch, Buttermilch aus landwirtschaftlichen Betrieben und gegebenenfalls etwas Essig hergestellt.“
[1] „Die Latwerge ißt man […] nicht allein auf Brot, sondern streicht sie auch auf Pellkartoffeln, die zuvor dick mit Matte (Quark) bestrichen wurden.“
[1] „Dann noch einmal 24 Stunden stehen lassen, in einen leinernden Sack (Mattesack) füllen, Molke herauspressen und die Matte (Quark) im Sack auf einen Hieb mit einem Stein beschweren, damit sie ganz trocken wird.“
==== Übersetzungen ====
[1] Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 , Seite 605
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Matte“
Quellen:
=== Substantiv, f ===
Anmerkung:
Der Küpper gibt leider keine Angaben zum Flexionsmuster des Lemmas an, sodass hier bewusst auf das Anführen einer Pluralform verzichtet werden musste. Obwohl eine fehlerhafte Analogiebildung nicht auszuschließen ist, wurde in manchen Fällen die Genitivform aus anderen Wörterbüchern, so sie denn das Lemma enthalten, übernommen.
Worttrennung:
Mat·te, kein Plural
Aussprache:
IPA: [ˈmatə]
Hörbeispiele: Matte (Info)
Reime: -atə
Bedeutungen:
[1] umgangssprachlich, Nebenform von: Mathe
[1] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. 6. Nachdruck der 1. Auflage. Klett, Stuttgart u.a. 1997, ISBN 3-12-570600-9 , Artikel »Matte«
=== Substantiv, f ===
Anmerkung:
Der Küpper gibt leider keine Angaben zum Flexionsmuster des Lemmas an, sodass hier bewusst auf das Anführen einer Pluralform verzichtet werden musste. Obwohl eine fehlerhafte Analogiebildung nicht auszuschließen ist, wurde in manchen Fällen die Genitivform aus anderen Wörterbüchern, so sie denn das Lemma enthalten, übernommen.
Worttrennung:
Mat·te, kein Plural
Aussprache:
IPA: [ˈmatə]
Hörbeispiele: Matte (Info)
Reime: -atə
Bedeutungen:
[1] umgangssprachlich: Geld
Herkunft:
Entlehnung aus jiddisch מתּנה (YIVO: matone) ‚Gabe, Geschenk‘, das seinerseits hebräisch מַתָנָה (CHA: matānā(h)) ‚Geschenk‘ entstammt
Sinnverwandte Wörter:
[1] Nord- und Mitteldeutschland: Asche, Bakschisch; Österreich: Flieder; Österreich, Südostdeutschland: Gerstl; Deutschland: Kies, Patte; Schweiz: Klotz; Deutschland: Knete; Deutschland, Schweiz: Kohle; Koks; Norddeutschland, Österreich: Marie; Deutschland, salopp: Moos; Deutschland, landschaftlich, salopp: Schickermoos; Schweiz: Stutz, siehe auch: Verzeichnis:Deutsch/Geld
Oberbegriffe:
[1] Zahlungsmittel
Beispiele:
[1] „Also abends „drückt“ sie in die City, weil sie „auf Disko stehen“. Also, das verstehst du ja noch. Aber wissen sie was „Matte“ ist? Ja „Matte“ brauchst du in der Disko, sonst läuft nichts. Und das ist keine Matte zum drauf rumturnen, das ist Geld.“
==== Übersetzungen ====
[1] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. 6. Nachdruck der 1. Auflage. Klett, Stuttgart u.a. 1997, ISBN 3-12-570600-9 , Artikel »Matte«
Quellen:
=== Substantiv, n ===
Worttrennung:
Mat·te, kein Plural
Aussprache:
IPA: [ˈmatə]
Hörbeispiele: Matte (Info)
Reime: -atə
Bedeutungen:
[1] etwas, das matt ist
Herkunft:
explizite Ableitung zum Adjektiv matt
Beispiele:
[1] „Ebensowenig wie in dem Übergang vom Rohen zum Matten der Ästhetiker, kann der Sittenrichter in dem Übergang von der Plautinischen Zote und Indifferenz zu der Terenzischen Akkommodierungsmoral einen Fortschritt erkennen.“
==== Übersetzungen ====
Quellen: