Heteronationalismus
التعريفات والمعاني
== Heteronationalismus (Deutsch) ==
=== Substantiv, m ===
Worttrennung:
He·te·ro·na·ti·o·na·lis·mus, Plural: He·te·ro·na·ti·o·na·lis·men
Aussprache:
[ˈheːteʁonat͡si̯onaˌlɪsmʊs], [ˈhɛteʁonat͡si̯onaˌlɪsmʊs]
Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
[1] Politikwissenschaft: politische und kulturelle Haltung, bei der heterosexuelle Identität und Nationalismus miteinander verknüpft werden (Heterosexualität als wichtiger Bestandteil der nationalen Zugehörigkeit und des Nationalstolzes)
Herkunft:
entlehnt von englisch gleichbedeutend heteronationalism → en
Sinnverwandte Wörter:
[1] Femonationalismus
Gegenwörter:
[1] Homonationalismus
Beispiele:
[1] „Die Regisseurin kritisiert hier vieles: Politik, Nationalstolz, „Heteronationalismus“, wie er auch in Georgien praktiziert wird.“
[1] „Außerdem bringen neue Entwicklungen Kritik an Homo- und Heteronationalismus und Normen, also eine Geschlechtsregulation als Werkzeug einer biopolitischen Regierung auf.“
[1] „Homonationalismus als Erklärung für Weidels Erfolg und ihr Engagement verdächtigt die Homosexualität als Beweggrund für ihre reaktionäre Haltung. Nicht aber die Homosexualität ist die Gewinnerin dieses Spiels, sondern der heterosexuelle Wahnsinn, der sich nicht zuletzt in der queeren Reaktion auf Weidels Kür zur Spitzenkandidatin zeigt: eine hasserfüllte Konzentration auf das Andere an ihr. Würde die Homosexualität dagegen so hofiert, wie es die These vom Homonationalismus behauptet, so würde um Weidels sexuelle Orientierung wohl kaum so ein Bohei gemacht. Vom »Heteronationalismus« Gaulands oder dem »Feminationalismus« der Beatrix von Storch war jedenfalls nirgends etwas zu lesen.“
[1] „Einige Beispiele zeigen, wie die Konstruktion nationaler Identitäten und der Nationalität selbst mit der Akzeptanz von LGBTQ-Identitäten in der Gesellschaft verwoben ist (vgl. Kulpa 2012). Andere Beispiele beleuchten die Rolle der Ukraine, die diskursiv als umkämpftes Borderland zwischen (russischem) Heteronationalismus (Kropp und Swityk 2022; Sleptcov 2017) und „Gayropa“ sowie ukrainischem Homo(trans)nationalismus konstruiert wird (vgl. Puar 2007; Bacchetta und Haritaworn 2011; Colpani und Habed 2014; zur Eignung des Konzepts des Homonationalismus im ukrainischen Kontext siehe Greatrick, Valiquette und Su 2022). Medienberichte und Social-Media-Posts werden in diese Studie einbezogen, um das Pinkwashing des Krieges in der Ukraine, die diskursive Konstruktion von Grenzen als Schutzschilde gegen den russischen Heteroimperialismus, die Militarisierung von Queerness, aber auch die besonderen Kämpfe von LGBTQ-Personen zu analysieren, die in einem „Krieg im Krieg“ um ihr Leben kämpfen, wie Zi Faámelu, eine berühmte ukrainische Transgender-Frau, es formulierte.“
[1] „Das Projekt untersucht die Reflexion dieses öffentlich-politischen ‚Heteronationalismus‘-Diskurses in der zeitgenössischen russischen Literatur, insbesondere in den Texten Vladimir Sorokins, Viktor Erofeevs und Viktor Pelevins. Chronologisch liegt der Fokus auf der zweiten Amtszeit Vladimir Putins (ab 2012), während der Homosexualität im öffentlichen Diskurs verstärkt zum Element eines anti-westlichen Veranderungsdiskurses wurde, sowie – zum Zweck des Vergleichs – auf den späten 1980er- bzw. frühen 1990er-Jahren.“
[1] „Im Anschluss daran hat Jasbir Puar (2007) den Begriff des ‚Homonationalismus‘ entwickelt, um die nationalstaatliche Integration und Indienstnahme ebendieser Lebensweisen zu beschreiben. Beide Autorinnen behaupteten jedoch nicht, dass eine neue Homonormativität eine frühere Heteronormativität oder ein neuer Homonationalismus einen früheren Heteronationalismus abgelöst habe. Im Gegenteil haben sie stets betont, dass die neuen Integrationsangebote von heteronormativen und heteronationalistischen Arrangements abhängen.“
==== Übersetzungen ====
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Heteronationalismus“ (lediglich maschinell generierte Angaben zu Worttrennung und -zerlegung)
Quellen: