Abelmoschus
التعريفات والمعاني
== Abelmoschus (Deutsch) ==
=== Substantiv, m ===
Nebenformen:
veraltet: Abelmosch
Worttrennung:
Abel·mo·schus, Plural: Abel·mo·schus·se
Aussprache:
IPA: [ˌaːbl̩ˈmɔʃʊs], auch: [ˈaːbl̩ˌmɔʃʊs]
Hörbeispiele: Abelmoschus (Info), —
Bedeutungen:
[1] Botanik: zu den Malvengewächsen (Malvaceae) gehörende tropische, strauchartige Pflanze, deren Samenkörner nach Moschus riechen und die deshalb häufig als Räucherwerk benutzt werden
Herkunft:
Dem deutschen Wort liegt höchstwahrscheinlich der vulgärarabische Begriff حَبّ أَلْمِسْك (DMG: ḥabb al-misk) →ar ‚Moschus-Körner, Samen des Bisamstrauchs (Abelmoschus moschatus)‘ zugrunde. Der Begriff ist eine für das Vulgärarabische typische Verbindung aus einem Substantiv im Status constructus (حَبّ (DMG: ḥabb) →ar ‚Kollektivum: (Samen-)Körner, Samen; Getreidekörner; Beeren; Früchte‘) und einem weiteren Substantiv (مِسْك (DMG: misk) →ar ‚Moschus‘), die die Funktion eines Kompositums (Determinativkompositums) erfüllt.
Die Anzahl der Bildungen botanischer Bezeichnungen im Arabischen, so auch im Hispanoarabischen, die mit den Konstituenten حَبّ (DMG: ḥabb) →ar und حَبَّة (DMG: ḥabba) →ar ‚Nomen unitatis: (Getreide-)Korn; Same; Beere; Frucht‘ gebildet wurden, ist beträchtlich. Die Entlehnung arabischer botanischer Bezeichnungen dieses Typs in die mittelalterlichen iberoromanischen Sprachen und ins Mittellateinische erfolgte einerseits in den diversen Übersetzerschulen im Bereich der ganzen Iberoromania, andererseits durch das Jahrhunderte währende Zusammenleben von Mauren und Romanen.
Im spezifischen Fall ist es jedoch aus Mangel an entsprechenden Belegen bis heute ungeklärt, wann genau und in welche romanische Sprache der arabische Begriff anfänglich gelangte. Die modernen iberoromanischen Formen sind erst spät belegt: portugiesisch abelmosco → pt (1844), spanisch abelmosco → es (1859), katalanisch abelmosc → ca (1905). Die Formen basieren auf älterem neulateinisch abelmosch → la (1623), auch in der Form belmuscus → la (1650) bezeugt, dessen heutige Form jedoch neulateinisch abelmoschus → la lautet.
Es scheint so, dass das Samenkorn und seine Bezeichnung den abendländischen Gelehrten durch die Schriften des Arztes Vicence Onorio Belli (Honorius Bellus) bekannt wurden. Dieser war auf Kreta ansässig, erhielt regelmäßig Heilpflanzen und -kräuter aus Ägypten, kannte nachweislich ihre einheimischen Bezeichnungen und beherrschte wahrscheinlich genug Arabisch, um diese womöglich selbst übersetzen zu können. Er korrespondierte mit dem niederländischen Gelehrten Charles de l’Écluse (Carolus Clusius), der wiederum Briefe Bellis in seinem 1601 in Antwerpen veröffentlichten Werk »RARIORVM PLANTARVM HISTORIA« abdruckte (siehe besonders den Brief vom 15. Februar 1596, cccvi). Unter den Korrespondenten Bellis befand sich ebenfalls Giovanni Pona, der bereits in dem vollständigen Titel seines 1608 erschienenen Werkes »PLANTÆ« Belli erwähnt und in dem zahlreiche Ausführungen und Skizzen Bellis in lateinischer Sprache abgedruckt wurden; jedoch wurden nirgends Wortformen erwähnt, die sich auf den arabischen Begriff zurückführen ließen. Dies ist erst wenig später in einem weiteren 1617 in italienischer Sprache verfassten Werk Ponas namens »MONTE BALDO DESCRITTO DA GIOVANNI PONA VERONESE« der Fall, in dem es heißt: „ABELMOSCH DE GLI EGITTII, ouero Abutilo d’Auicenna“. Die etymologische Herleitung von italienisch abelmosch → it bereitet jedoch Schwierigkeiten, da das -o- eine andere Ausgangsform als مِسْك (DMG: misk) →ar verlangt. So leiten einige Quellen es aus der bis dato im Arabischen nirgends belegten Form *ḥabb al-musk her. Zwar ist diese Form bei zwei weiteren Quellen — auf denen sich wohl die zuvor genannten stützen — aufgeführt, jedoch ohne Beleg ihrer ehemaligen Existenz. Einer anderen Quelle zufolge kann es sich sehr wohl um eine Entlehnung des arabischen Begriffs حَبّ أَلْمِسْك (DMG: ḥabb al-misk) →ar handeln, den Pona an die von ihm verwendete Form für ‚Moschus‘ italienisch mosco → it (ältere dialektale Formen waren unter anderem moscho → it, mosch → it und mosc → it) adaptiert habe, die selbst auf einem hellenisierten Latein basiert (vergleiche spätgriechisch μόσχος (moschos☆) → grc und lateinisch muscus → la). Das Wort gelangte letztlich über das Fachlatein der Botaniker in die anderen iberoromanischen Sprachen.
Eine andere Herleitung vertreten die deutschen Wörterbücher des Duden und des Wahrig, die dem italienischen Erstbeleg den arabischen Begriff أَبُو ألْمِسْك (DMG: abū ʾl-misk) →ar ‚Vater des Moschus‘ zugrunde legen wollen. Die Beleglage im Arabischen sowie semantische und formale Erwägungen sprechen aber zugunsten der Annahme einer Ausgangsbasis aus vulgärarabisch حَبّ أَلْمِسْك (DMG: ḥabb al-misk) →ar .
Das Wort ist im Deutschen seit Mitte des 18. Jahrhunderts wohl bezeugt.
Synonyme:
[1] Bisameibisch, Bisampappel, Moschuseibisch
Oberbegriffe:
[1] Malvenart, Malvengewächs
Unterbegriffe:
[1] Bisamstrauch (Abelmoschus moschatus (Linnaeus) Moench, Synonym: Hibiscus abelmoschus Linnaeus), Maniok-Bisameibisch (Abelmoschus manihot, Synonym: Hibiscus manihot), Okra/Rosenpappel (Abelmoschus esculentus, Synonym: Hibiscus esculentus)
Beispiele:
[1] „Die Malvaceae-Gattung Abelmoschus, Abelmosch, Moschuseibisch oder Bisampappel geht in der Nomenklatur auf Friedrich Kasimir Medikus (1736-1808), seinerzeit Gartendirektor in Schwetzingen und Mannheim, zurück. Bei [Carl von] Linné gehörte der Abelmoschus noch zur Gattung Hibiscus.“
[1] „Der Duft von Abelmoschus ähnelt sehr dem animalischen Moschusgeruch. Der große Vorteil der Duftgewinnung von Abelmoschus ist, dass nicht der aussterbende Moschushirsch im Himalaja getötet werden muss.“
==== Übersetzungen ====
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7 , Seite 81.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0 , Seite 30–31.
[1] Duden online „Abelmoschus“
[1] Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 2001, ISBN 978-3-577-10603-0 , Seite 18.
[1] Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „Abelmoschus“ auf wissen.de
[1] Wikipedia-Artikel „Abelmoschus“
[1] Meyers Großes Konversationslexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905–1909 , Stichwort „Abelmoschus“ (Wörterbuchnetz), „Abelmoschus“ (Zeno.org)
Quellen: